Wie Sie ein erfolgreiches Foodtruck Geschäft eröffnen – oder auch nicht.

von Joleen von CHEERS 834 views0

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Man war sich nicht sicher, ob die bunten Wägen mit den kulinarischen Besonderheiten ein vorüber gehender Trend sind. Mittlerweile wissen wir, dass die Foodtrucks gekommen sind, um zu bleiben. Plötzlich will jeder Foodtrucker sein. In diesem Artikel klären wir die Frage, was es braucht, um ein erfolgreiches Foodtruck Geschäft zu eröffnen, in welchen Fällen es sich lohnt und in welchen Fällen vielleicht nicht. Außerdem haben wir ein gelungenes Beispiel für Sie.

Gutes Businessmodell oder einfach nur hipp?

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Zunächst stellen wir uns die Frage: Wann sollte ich einen Foodtruck eröffnen und wann nicht? Ausgelöst durch den Foodtruck Trend, der seinen Ursprung übrigens schon im Jahr 2010 hatte, springen plötzlich viele auf diesen Zug auf. Die vielversprechend lukrativen Erträge locken auch viele „Nicht-Gastronomen“ in Richtung eines bunten, fahrenden Imbisses. Wir wollten wissen, was es braucht um ein echter Foodtrucker zu werden und ab wann das Projekt zum Scheitern verurteilt ist.

Deshalb haben wir mit multitrailer.de, einem Bauplaner für mobile Verkaufssysteme, gesprochen. Die Experten verwandeln alte Wägen in hippe Foodtrucks. Hier sind die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst:

GastroHero:
Ist der Foodtruck Trend für Sie immer noch spürbar?

Multitrailer.de:
Ja, auf jeden Fall. Alleine in Deutschland gibt es rund 2.000 Trucks. Ich meine, die Idee der Trucks gab es theoretisch schon immer – sie hießen früher nur anders.

GastroHero:
Wie ist der typische Foodtrucker?

Multitrailer.de:
Es gibt viele Quereinsteiger. Ein Truck wirft in der Regel mehr Gewinne ab, als eine stationäre Gastronomie. Wer über den Wechsel in die Gastronomie nachdenkt, ist mit einem Foodtruck Konzept wahrscheinlich gut bedient. In letzter Zeit kommen aber auch immer mehr gelernte Gastronomen, die den Truck zum Beispiel in Ergänzung zu ihrem Lokal führen. Das ist eine gute Werbung.

GastroHero:
Worauf kommt es Ihrer Meinung nach an?

Multitrailer.de:
Man darf nicht vergessen, dass ein Foodtruck immer noch ein Schnellimbiss ist. Das unterschätzen viele. Insbesondere die Quereinsteiger. Ich denke, es ist wichtig, einen Fachmann mit an Bord zu haben. Hier muss gut geplant werden, aber das wissen Sie ja selbst.

Richtig. Letztes Jahr durften wir mit GastroHero Projects das Foodtruck Projekt von Pottkoch Bochum begleiten und mit passender Gastronomietechnik ausstatten. Damit Sie den bestmöglichen Eindruck eines echten Foodtruck Projektes bekommen, haben wir einige Einblicke für Sie zusammengetragen.

Zunächst halten wir aber fest: Ein Foodtruck kann sich für Gastronomen mit bestehendem Laden in Ergänzung lohnen. So sichern Sie sich mehr Reichweite, gute Erträge und können wohlmöglich Ihren Bekanntheitsgrad steigern. Aber auch als alleinstehendes Projekt verspricht der Foodtruck Erfolg. Egal ob für gelernte Gastronomen oder Quereinsteiger. Denn eines gilt für beide: worauf es ankommt ist die richtige Planung und Konzeptionierung. Wenn wir das schillernde und moderne Image (was sicherlich auch ein Erfolgsfaktor ist), außen vorlassen, bleibt eben der Schnellimbiss. Und dieser will, wie jedes andere Gastronomie Projekt, gut und richtig organisiert und durchgeführt werden.

So kann man’s machen: Ein gelungenes Foodtruck Projekt

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Gastronom und Ladenbesitzer André von Pottkoch Bochum hat 2019 zusammen mit GastroHero Projects seinen Traum vom eigenen Foodtruck umgesetzt. Er nutzt den Wagen nun hauptsächlich in flexibler Ergänzung zum stationären Lokal. Veranstaltungs-Catering mit stilechtem Branding ist nun kein Problem mehr.

Angefangen hat alles mit einem alten UPS Wagen, der dann von multitrailer.de ausgebaut wurde. Wir haben in Absprache mit André die Geräte und Ausstattung des Wagens geplant und umgesetzt. Aber eins nach dem anderen:

Welche Voraussetzungen muss ein Wagen haben, um ein Foodtruck zu werden?

Grundsätzlich ist ein UPS Wagen für einen Foodtruck gut geeignet. Der Fachmann muss bei allen Umbauten auf das spätere Gesamtgewicht achten. Hier gibt es einige Vorschriften. Der Paket-Wagen hatte wegen seines geringen Eigengewichtes gute Voraussetzungen. Das hat uns mit GastroHero Projects bei der späteren Küchenausstattung den nötigen Handlungsspielraum verschafft.

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Was wird in einem Foodtruck alles umgebaut?

Der Wagen wird für den Einbau von Gastronomietechnik vorbereitet. Der Innenraum des alten Paket-Wagens muss zu einer hygienisch sicheren Kochstelle umgewandelt werden, die zusätzlich die vielfältigen Anforderungen eines fahrbaren Imbisses erfüllt – Gar nicht mal so einfach!

In diesem speziellen Fall wurden als erstes die Regale entfernt, auf denen vorher die Pakete gelagert wurden. Dadurch hat der Wagen leider an Stabilität verloren. Die Wände wurden also nachgerüstet und stabilisiert. Ansonsten wäre es nicht möglich gewesen, Wandhängeschränke oder eine Dunstabzugshaube anzubringen. Die Wände wurden anschließend gut isoliert. Im Sommer wäre es sonst unerträglich in dem Truck mehrere Stunden zu stehen und zu kochen. Die Elektroinstallationen wurden in diesem Zuge direkt in der Wand versteckt, damit der Foodtruck später einen vernünftigen Gesamteindruck macht und keine Kabel sichtbar sind. Demnach sollte die gesamte Innenausstattung zu diesem Zeitpunkt schon fertig geplant sein.

Tipp: Wenn Sie einen Foodtruck umbauen lassen wollen, planen Sie im Vorfeld alles bis ins kleinste Detail mit Ihrem Großküchenplaner. Nur, wenn Sie einen gut durchdachten Plan haben, kann die Umsetzung und Zusammenarbeit mit dem Umbau-Unternehmen reibungslos ablaufen.

Als nächstes wurde der Wagen verkleidet. Trotz einer Dunstabzugshaube zieht das Fett in jeden Spalt. Um den Hygienestandards gerecht zu werden, wurde unser Truck mit Aluminium Innenwänden und -Böden verkleidet. Wahlweise kann hier Edelstahl verwendet werden, wenn dann das Gesamtgewicht noch stimmt.

Das Wichtigste darf abschließend natürlich nicht fehlen: Eine Klappe für die Essensausgabe. Diese wurde aus der Seitenwand ausgeschnitten und mit Druckdämpfern für ein leichtes Öffnen versehen.

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Welche Innenausstattung braucht ein Foodtruck?

Das ist von Truck zu Truck verschieden. Grundsätzlich ist es wichtig, dass für schnelle Arbeitsabläufe gesorgt wird. Je nachdem, wie viele Personen in dem Truck arbeiten sollen, werden Arbeitswege geplant. Besonders auf diesem engen Raum darf man sich nicht in die Quere kommen. Alles wird auf Schnelligkeit ausgelegt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das Projekt gemeinsam mit einem Experten anzugehen.

Welche Geräte dann in dem Foodtruck eingebaut werden, hängt natürlich von dem jeweiligen Geschäftsmodell und der Speisekarte ab. Hier ist die Ausstattung aus unserem Beispiel:

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Selbst ausbauen oder ausbauen lassen?

Natürlich kann man einen Foodtruck auch selbst ausbauen. Insbesondere junge Gründer oder Quereinsteiger tendieren aus Kostengründen zu diesem Schritt. Wir raten davon ab, wenn die nötige Expertise fehlt. Die Gastro-Planer haben alle Vorschriften und Gesetze im Hinterkopf.

Für einen absoluten Gastro-Profi, mit dem nötigen handwerklichen Geschick, ist ein Eigenumbau ein tolles Projekt. Wenn man auf Expertenwissen zurückgreifen möchte, ist ein Großküchenplaner als Partner eine gute Wahl. Es muss auch nicht immer die Maßanfertigung sein. In unserem Beispiel haben wir mit GastroHero Projects auf Serienartikel aus unserem Online Shop zurückgegriffen.

Ist der Foodtruck fertig umgebaut und die Technik installiert bleiben nur noch die Lackiererarbeiten, um den ausrangierten Truck in einen stylischen Hingucker zu verwandeln. Die beschriebenen Abläufe sind von uns stark vereinfacht, um Ihnen einen guten Überblick zu verschaffen.

Und, sind Sie bereit Foodtrucker zu werden? Dann schauen Sie sich nochmal die wichtigsten Kriterien an:

Fazit: So wird Ihr Foodtruck Projekt erfolgreich

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Hier sind unsere Erkenntnisse auf einen Blick zusammengefasst:

Wer?
Gründer mit Expertise sind gefragt

  • Gelernte Gastronomen, die eine Ergänzung zum lokalen Geschäft suchen.
  • Quereinsteiger, die bereit sind, sich ausreichend zu informieren.

Was?
Ein Foodtruck ist mehr als ein bunter, großer Wagen

  • Großküchenplanungs-Expertise ist gefragt, denn ein Foodtruck ist im Grunde nichts anderes als ein mobiler Schnellimbiss
  • Es kommt auf gute Arbeitsabläufe und Schnelligkeit an
  • Die hohen Gastro-Hygienestandards müssen eingehalten werden

Wie?
Eine gute Konzeption spart Zeit und Nerven

  • Schon vor dem Umbau sollte die Ausstattung anhand der Speisekarte und der Arbeitsabläufe geplant sein.
  • Gute Kommunikation zwischen Umbau-Firma und Projektplaner notwendig.
  • Alle Vorschriften und Gesetze unbedingt im Vorfeld bedenken, damit nicht nachgerüstet werden muss.

…oder auch nicht.
Das Projekt wird unnötig erschwert, wenn:

  • Das Geschäftskonzept nicht ausreichend durchdacht ist
  • Ungeplant drauflosgearbeitet und das Projekt „auf die leichte Schulter“ genommen wird
  • Man nicht die nötige Gastro-Erfahrung hat, oder nicht bereit ist sie zu sammeln

Planen Sie ein Foodtruck Projekt oder sind schon in der Umsetzung? Erzählen Sie uns in den Kommentaren gerne von Ihren Erfahrungen!

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